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Kurzinterview mit Thüringens "Forschergeist"-Botschafter Holter

Warum finden Sie es wichtig, die frühkindliche Bildung im MINT-Bereich zu fördern?

© Pöcking/TSK

Je früher wir die Begeisterung für Natur, Wissenschaft und Technik wecken, umso besser. Dazu können wir gerade bei unseren Jüngsten die vorhandene Neugier und Kreativität nutzen. Kinder in den Kitas lernen spielerisch und mit viel Spaß, wie die Dinge in unserer Welt zusammenhängen. Damit setzen wir den Grundstein für ihre weitere Entwicklung und vielleicht auch ihre späteren Interessen. Wenn Kinder schon im frühesten Alter entdecken, warum ein Luftballon fliegt oder wie spannend ein Laubwald im Herbst sein kann, dann bleibt diese Begeisterung auch in der Schule bestehen. Wenn wir es schaffen, naturwissenschaftliche und technische Begeisterung durch alle Stationen des Bildungsweges hindurch zu erhalten und zu fördern, dann sichern wir uns damit auch die Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker von morgen. Denn eines steht fest: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Welche Phänomene bzw. Fragen aus Natur, Mathematik, Informatik oder Technik haben Sie als Kind interessiert, aber erst sehr viel später verstanden?

Da fallen mir spontan einige ein. Wie alle Kinder haben mich Magnete fasziniert, Stifte, die man als Hebel benutzen konnte, um Dinge durch den Raum zu schnipsen oder der Kran mit Flaschenzug in meinem Modellbaukasten. Man wusste, was passiert, aber nicht warum. Das kam erst im Physikunterricht in der Schule oder noch viel später. Ich bin eigentlich studierter Bauingenieur. Nehmen wir das Beispiel Beton. Jeder weiß, dass aus einer sämigen Betonsuppe ein fester Betonklotz als stabiles Bauteil wird. Auch ich wusste das. Aber die komplexen Prozesse, die dahinterstehen, habe ich erst im Studium verstanden.

Welche Botschaft haben Sie für die Erzieherinnen und Erzieher, die sich mit ihrer Kita beim "Forschergeist" bewerben wollen?

Gute Bildung in den naturwissenschaftlich-technischen Bereichen hat in Thüringen Tradition. Das hat der zuletzt veröffentlichte "Bildungstrend 2016" wieder einmal bestätigt. In den Mathematikkenntnissen liegen die Thüringer Viertklässler weit über dem Bundesschnitt. Dies verdanken wir Initiativen wie dem "Forschergeist 2018", welche bereits in der vorschulischen Bildung ansetzen. Insofern kann ich nur alle Erzieherinnen und Erzieher dazu ermutigen, mitzumachen. Auch, wenn es am Ende vielleicht nicht für einen Preis reicht, so ist doch der Weg das Ziel. Die Kinder der Kita haben sich für ein Thema eingesetzt, zusammen an Lösungen getüftelt, die eigenen Ideen und Talente entdeckt und ganz praktisch erprobt. Und wenn aus diesen Kindern später interessierte Schülerinnen und Schüler werden, die an den Naturwissenschaften festhalten, ihr Wissen und Engagement weiterentwickeln und sich anschließend vielleicht sogar für eine Berufsausbildung oder ein Studium im MINT-Bereich entscheiden, dann  ist das nicht nur ein Gewinn für die Kinder, sondern auch für unsere Gesellschaft.

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