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Landessieger Baden-Württemberg

"Pipapo - Ausflug ins Pipi-Kacka-Land"

Kinder füllen Watte in den Darm aus Strumpfhosen
© Evangelischer Kindergarten

Die Kinder zeigten viel Interesse daran, was mit ihrem Essen nach dem Mittagessen passiert. Außerdem war "Kacka" ein sehr beliebtes Wort bei den Kindern und sie genossen die Reaktionen, die von den Erwachsenen auf dieses Wort hin kamen. In einer Kinderkonferenz stellen die pädagogischen Fachkräfte deswegen das  Wort "Kacka" in den Raum und hielten alle Äußerungen und Fragestellungen hierzu in einer Mindmap fest.

  • Einrichtung: Evangelischer Kindergarten Pezzettino
  • Ort und Bundesland: Ulm, Baden-Württemberg
  • Projektzeitraum: 20.01.2020 bis 31.01.2000
  • Thematischer Schwerpunkt: Naturwissenschaften, Technik

Wie wird aus der Nahrung Stuhl?

"Wie wird aus der Nahrung Kacka?" -  "Was passiert in einer Kläranlage?"
Vor den Versuchen äußerten die Kinder verschiedene Vermutungen, zum Beispiel, dass aus viel Essen auch viel Stuhl würde oder dass in einem Klärwerk die Bakterien mittels Zangen oder Maschinen entfernt würden. Dann ging es an die Versuche: Die Mädchen und Jungen stellten den Verdauungsvorgang dar: Ein Brei aus Keksen, Haferflocken (Nahrung) und Wasser (Speichel), vermischt mit Essig (Magensäure) wurde in einen "Darm" aus Feinstrumpfhosen gefüllt und das Wasser herausgewunden. Heraus kam ein fester Brei.

Sie füllten einen weiteren, 6 Meter langen, "Darm" aus Strumpfhosen mit Watte und hängten ihn in den Eingangsbereich der Kita. Mittels einer angesetzten Hefe in einer verschließbaren Tüte konnten die Kinder sich anhand der entstandenen Gasbläschen einen "Pups" vorstellen. Sie bauten auch eine Mini-Kläranlage: Plastikbecher mit kleinen Löchern im Boden und je einmal gefüllt mit Kies, Erde und Sand stellten die verschiedenen Auffangbecken einer Kläranlage dar. Darunter stellten die kleinen Forscherinnen und Forscher ein Glas für das gesäuberte Wasser auf und setzten zwischen diesem und dem letzten Becher einen Kaffeefilter. Dieser Filter ließ nur das Wasser hindurch und behielt den Dreck.

Alle machen mit!

Kindergruppe am Tisch mit einem Plastikbeutel Brei auf einem Backblech
© Evangelischer Kindergarten

Auch die Eltern ließen sich von dem Eifer der Kinder anstecken und waren in regem Austausch mit den Kindern und pädagogischen Fachkräften. Eine Mutter legte mit den Kindern Bakterienkulturen an, ein "Kackasteckbrief", indem die Kinder Informationen über Stuhl und Verdauungsprozess malen und aufschreiben lassen konnten, wurde erstellt. Die Erzieherinnen und Erzieher gestalteten mit den Kindern zwei Plakate zur gesunden Ernährung. Dafür brachten die Eltern Prospekte mit und die Mädchen und Jungen sortierten die abgebildeten Lebensmittel nach gesund und ungesund.  

Der direkte Umgang mit der Thematik bewirkte eine Offenheit bei den Kindern. Es entstand eine sachliche und intensive Auseinandersetzung mit dem Thema "Kacka", was dazu führte, dass das Wort wird nicht mehr so provokativ verwendet wird.

Das wollten die Kinder herausfinden:

  • Was ist eigentlich Stuhl, wie entsteht er?
  • Warum müssen Stuhl und Urin ausgeschieden werden?
  • Warum hat der Stuhl unterschiedliche Konsistenzen?
  • Was passiert mit dem Stuhl in der Toilette?
  • Was sind Bakterien und was machen sie in unserem Körper?
  • Welche Lebensmittel sind gut für unseren Körper?

Urteil der Jury

Die Auseinandersetzung mit dem - für Kinder faszinierenden - Thema "Pippi und Kacka" ist originell und auch mutig - trifft sie doch nicht unbedingt von Anfang an auf die Begeisterung der Eltern. Durch den forschend entdeckenden Umgang mit den Körperausscheidungen sorgen die Fachkräfte für einen intensive Auseinandersetzung und Versachlichung.

Sehr positiv ist auch, wie ein zu Beginn als unerwünscht angesehenes Verhalten der Kinder - die Verwendung von "Kacka" als Schimpfwort und Provokation - positiv in eine rationale Auseinandersetzung mit dem Thema umgeformt wird. Das könnte auch für die Auseinandersetzung mit anderen Schimpfworten modellhaft sein.

Wir sagen herzlichen Glückwunsch!

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