Direkt zur Hauptnavigation, zur Unternavigation dem Inhalt oder zum Seitenfuß

Ob groß oder klein: Alle machen mit beim Bau des Krachlichtmoblis.

Neben der Technik sollte bei diesem Projekt natürlich auch nicht die Ästhetik zu kurz kommen.

Allerlei Alltagsmaterial kam zum Einsatz, davon viel, was im Haushalt so "abfällt".

Wie klingen Dosen? Und wie kann man sie mon- tieren, ohne dass sie ihren Klang verlieren?

Sonderpreisträger 2016

Sonderpreis Kreativität

Beim Lesen der Bewerbung hat sich die Jury entschieden, der Kita Gleimstrolche in Berlin einen Sonderpreis für "Kreativität" für den Bau ihres "Krachlichtmobils" zu verleihen. Die Sonderpreise wurden im Rahmen der feierlichen Bundespreisverleihung am 1. Juni 2016 in Berlin verkündet.

Kunst und Technik miteinander verknüpft

Die Erzieherinnen und Erzieher der Kita Gleimstrolche beobachteten, dass es eine beliebte Beschäftigung der Mädchen und Jungen war, verschiedene Gegenstände umzufunktionieren, um damit zu trommeln oder „Musik“ zu machen. Außerdem hatten die Kinder viel Spaß dabei, alle möglichen Dinge zu Fahrzeugen umzubauen – egal ob Bausteinwerke oder leere Kisten. Als die Mädchen und Jungen in ihrem monatlichen Kunst-Workshop außerdem Jean Tinguely und seine maschinenähnlichen Skulpturen kennen lernten und sich für diese begeisterten, beschlossen die pädagogischen Fachkräfte, die unterschiedlichen Bildungsbereiche Kunst, Musik, Technik und Mobilität zu verbinden und gemeinsam mit den Kindern sowie deren Eltern eine fahrbare Krachskulptur zu bauen. Vor Beginn der Projektphase startete die Kita einen Spendenaufruf für Dinge, die im Haushalt „abfallen“ und wiederverwertet werden.

Was macht Krach?

Krachlichtmobil (Foto: Kita Gleimstrolche)
Krachlichtmobil (Foto: Kita Gleimstrolche)

Im Anschluss an den Spendenaufruf sichteten die Mädchen und Jungen zunächst ihre „Ausbeute“. Es war unglaublich, was alles zusammengekommen war: Kartons, Holz, Besteck, Bretter, Lampenschirme, Kronkorken, Katzenaugen, Fahrradschlauch und Nudelsieb, „sogar“ ein Puppenbuggy war dabei. Diese Materialvielfalt bot den Kindern einiges an Möglichkeiten. In einem ersten Schritt untersuchten die Mädchen und Jungen die Objekte auf ihre Klangfähigkeit: Welche Geräusche werden erzeugt, wenn man mit einem Duschschlauch oder einem Löffel auf einen Topf schlägt? Wie klingt es, wenn man Papprollen an Steinen reibt oder damit an Armaturen klopft? Warum hören sich die Geräusche aus den großen Dosen lauter an, als die aus den kleinen Dosen? Danach bauten die Kinder Klangkombinationen und versuchten, mehrere Gegenstände aneinanderzumontieren. Hier ging es um die Frage, wie etwas stabil an etwas anderem befestigt werden kann. Lassen sich Nägel in Metall schlagen? Welche Materialien lassen sich mit Klebestreifen, einer Schnur oder Kabelbinder fixieren? Die Mädchen und Jungen probierten Verschiedenes aus, planten und verwarfen ihre Ideen wieder. Häufig musste nachgebessert werden, weil die Kinder mehr Höhe, Breite und Länge erreichen wollten. Es dauerte eine Weile, aber schließlich hatten sie eine stabile Konstruktion erschaffen.

Warum klingt Pappe anders, als eine Dose?

Wie kommen wir vorwärts?

Als Nächstes stellte sich die Frage, wie das Krachlichtmobil beweglich werden könnte, da es zum Abschluss des Projekts vom Bezirk Wedding in den Bezirk Prenzlauer Berg fahren sollte. Also forschten die Mädchen und Jungen zum Thema „Mobilität und Geschwindigkeit“. Was wird alles durch ein Rad bewegt und ist rollen immer gleich rollen? Die Kinder untersuchten Räder bei Rollern, Fahrrädern und Spielzeugautos und schauten nach, warum sich diese drehen lassen und wie sie montiert sind. Die Mädchen und Jungen befestigten eine Fahrradfelge zunächst an einem langen Stock. Daraufhin drehte sich das Rad nicht mehr. Die kleinen Forscherinnen und Forscher erkannten schließlich, dass Räder sich nicht drehen, wenn sie starr an einer Achse befestigt
sind.

Ein (laut)starkes Stück

Neben der Akustik spielte natürlich auch die Ästhetik eine Rolle, immerhin soll so eine Skulptur ja auch schön aussehen und im besten Fall in verschiedenen Farben erstrahlen. Und wie verhielt es sich mit der Beleuchtung? Die Jungfernfahrt des Krachlichtmobils war schließlich in der Dämmerung geplant. Die Kinder tüftelten an ihrer Kreation. Am Ende entstand ein echter Hingucker: Das fertige Krachlichtmobil der Mädchen und Jungen war eine fahrbare, stabile und sehr fantasievolle Konstruktion. Als großes Finale veranstalteten die Kinder einen lautstarken Straßenumzug zu ihrer Partner-Kita in den Prenzlauer Berg. Jean Tinguely wäre sicher sehr beeindruckt gewesen.

URTEIL DER JURY

Kreativität zu fördern durch das Einbinden, aber vor allem auch durch ein gezieltes Zweckentfremden der Umwelt eröffnet nicht nur neue Sichtweisen, sondern hat obendrein noch einen hohen Spaßfaktor. Das Projekt vermittelt theoretische Lernansätze in einer spielerischen Villa-Kunterbunt-Atmosphäre – eine gelungene Kombination.

Haus der kleinen Forscher auf FacebookHaus der kleinen Forscher auf TwitterHaus der kleinen Forscher auf Youtube