Direkt zur Hauptnavigation, zur Unternavigation dem Inhalt oder zum Seitenfuß

Projektarbeit

Kinder haben viele Fragen, sie möchten die Welt entdecken und verstehen. Die Arbeit in Projekten ist eine hervorragende Möglichkeit, diese Grundbedürfnisse im Kita-Alltag aufzugreifen.

Was macht gelungene Projekte aus?

Projekte sind emotional. Sie bewegen innerlich, wecken Freude, Spaß und Neugier, erzeugen Spannung und Stolz auf die eigene Lernleistung.

Projekte sind sozial. Sie werden durch Gruppen gestaltet, Kinder und Erwachsene sind gleichberechtigt, im Dialog wird neues Wissen miteinander und ko-konstruktiv erarbeitet.

Projekte wirken kognitiv. Sie regen den Geist an und helfen, die Welt zu verstehen.

Lernen in Projekten ist ganzheitliches, lebensnahes und exemplarisches Lernen.Im Projektverlauf können die Mädchen und Jungen das Wie, Mit Wem (Sozialform) und Wie Lange (Lerntempo) ihres Lernens selbst bestimmen und individuell gestalten. Die pädagogische Fachkraft begleitet, moderiert und schafft eine Atmosphäre für kreative Ideen.

Vier Phasen eines Projekts

1. Die Themenfindung – eine Projektidee entsteht

Ganz entscheidend für das Gelingen eines Projekts ist ein Thema, das möglichst alle Kinder interessiert und zum Forschen motiviert. Dabei gibt es viele Wege, wie spannende Projektthemen entstehen können. Mit welchen Inhalten und Aktivitäten setzen sich die Mädchen und Jungen gerade allein oder mit anderen Kindern auseinander? Häufig äußern die Mädchen und Jungen ihre Interessen, Fragen, Ideen und Beobachtungen selbst.

Mit den Kindern können folgende Fragen besprochen werden:

Was wollen wir wissen und machen?
Was wissen wir bereits?
Welche Informationen brauchen wir?
Wer kann uns helfen?
Wie wollen wir beginnen?

Im Team sollten außerdem die folgenden Fragen diskutiert werden:

Welche Themen sprechen möglichst viele Kinder an?
Welche Themen können sowohl emotional als auch handelnd erlebt werden?
Welche Themen erweitern die Kompetenzen der Mädchen und Jungen im sozialen, motorischen, kognitiven und emotionalen Bereich – also möglichst ganzheitlich?
Welche Themen passen zum Umfeld und bieten ausreichend Möglichkeiten, Expertinnen und Experten sowie weitere Helferinnen und Helfer einzubinden?

2. Die Planung: Wie kommen wir ans Ziel?

Beim ersten Treffen der Projektgruppe wird ein Projektplan erstellt: Womit fangen wir an? Welche Aufgaben gilt es, zu erledigen, und wie werden sie verteilt? Wer kümmert sich um das Material, welche Räume brauchen wir? Eine gute Methode, einzelne Teilthemen und sich daraus ergebende Aufgaben zu strukturieren und übersichtlich darzustellen, sind zum Beispiel Wissenslandkarten.
Der Projektplan sollte für alle sichtbar aufgehängt werden. Die Kinder können so einzelne Projektschritte immer wieder einsehen und weiterführen oder sie in Abstimmung mit den anderen Beteiligten modifizieren. Auf diese Weise sind die Mädchen und Jungen von Beginn an aktiv in das Projektgeschehen einbezogen und erlernen im Austausch mit anderen demokratische Grundsätze von Partnerschaft und Zusammenarbeit.

3. Die Durchführung: Los gehts!

Die Durchführung eines Projekts kann je nach Thema sehr unterschiedlich aussehen. Das Projekt kann sich zum Beispiel auf eine Frage an die Natur beziehen, die durch Experimente und Museumsbesuche erkundet wird. Es kann aber auch ein Werkvorhaben sein, bei dem gebaut und konstruiert wird und Fachbetriebe das Projekt als Partner unterstützen. Darüber hinaus können neben Alltagsaufgaben wie Einkauf oder Zubereitung von Speisen auch das Wetter, die Jahreszeiten und sogar der Weltraum erforscht werden, beispielsweise durch Beobachtungen sowie anhand von Medien und Anschauungsmaterialien. Die Kinder als kleine Philosophinnen und Philosophen können der Zeit, der Vergangenheit und der Zukunft auf die Schliche kommen oder als Künstlerinnen und Künstler eigene Werke erschaffen.

Neben gemeinsamen Aktivitäten ist es wichtig, den Mädchen und Jungen auch Freiräume für eigene Erkundungen zu lassen. Einige Kinder suchen ihre Antworten in (Bilder-)Büchern, andere bemühen sich, ihre Vermutungen durch Versuch und Irrtum zu bestätigen. Schon während der Durchführung sollten die Mädchen und Jungen entstandene Erkenntnisse oder Teilprodukte reflektieren und dokumentieren. Wandzeitungen, Fotos, Audio- und Videoaufzeichnungen, die Erstellung eines Projekt- oder Forscherbuchs mit Zeichnungen, Zeitungsausschnitten und Aussagen der kleinen Forscherinnen und Forscher zeigen die gewonnenen Erkenntnisse und gesammelten Erfahrungen jedes einzelnen Kindes während des Projekts.

Durch die Reflexion der Lerninhalte und -prozesse erfahren die Mädchen und Jungen, dass sie lernen und was sie lernen. Dies befähigt sie, ihr Wissen auch auf andere Gegebenheiten in ihrer Lebenswelt zu übertragen. Auf diese Weise wird der Grundstein für lebenslanges Lernen und einen nachhaltigen Lernerfolg gelegt.

4. Der Projektabschluss: Was haben wir herausgefunden?

Ein gelungener Abschluss ist ebenso wichtig für ein Projekt wie seine Planung und Durchführung. Er bedeutet nicht nur die Präsentation
der Projektergebnisse, sondern ermöglicht es auch, die vielen kleinen Erfolge zu feiern, Wertschätzung und Anerkennung zu erhalten und
Lust auf weiteres Forschen zu machen. Hierbei können neue Interessen bei den Kindern geweckt werden und Ideen für Anschlussprojekte
entstehen. Auch die Auswertung im Team, mit den Eltern und allen beteiligten Personen kann für einen erfolgreichen Projektabschluss
maßgeblich sein.

Abschließend sollten im gesamten Projektteam folgende Fragen reflektiert werden:
– Welche konkreten Lernerfahrungen konnten die Mädchen und Jungen sammeln?
– Welche Situationen waren besonders herausfordernd und wie haben wir sie gemeistert?
– Welche Aktivitäten erzeugten eine besonders große Aufmerksamkeit bei der Gruppe?
– Welche Erfahrungen haben wir mit den Eltern als Bildungspartnerinnen und -partner gemacht?
– Mit welchen Vernetzungspartnern gab es positive Kooperationen und wie können diese ausgebaut werden?

WO SIND "GUTE BEISPIELE" DES "FORSCHERGEIST" VERÖFFENTLICHT?

Die nominierten und ausgezeichneten Kita-Projekte der ersten drei Wettbewerbsdurchgänge wurden in den Dokumentationen veröffentlicht:

     "Mit gutem Beispiel vorangegangen" (2012)
     "Hier ist der Forschergeist zuhause" (2014)
     "Der Forschergeist ist erwacht" (2016)

Haus der kleinen Forscher auf FacebookHaus der kleinen Forscher auf TwitterHaus der kleinen Forscher auf Youtube