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"Der Forschungsprozess steht im Vordergrund"

Mit dem Projekt "Schneckenspiralen – von der Natur zur Technik" gewann das "Kinderhaus Regenbogen" in Weissach nicht nur den Landessieg Baden-Württemberg, sondern wurde auch als Bundessieger ausgezeichnet. Kita-Leiterin Gabriele Riedl-Haußmann erzählt im Interview von neuen Kooperationspartnern und dem neuen Forscherlabor des Kinderhauses.

Vier Kinder und ein Plüschtier sehen in ein offenes Terrarium.
© Kinderhaus Regenbogen, Weissach

Frau Riedl-Haußmann, ihre Kita wurde gleich zweimal ausgezeichnet: Als Landes- und als Bundessieger. Wie haben die Kinder reagiert, als sie erfahren haben, dass ihre Kita gewonnen hat?

Sie waren zuerst überrascht, doch dann haben sich sehr darüber gefreut. Für die Kinder war die Landespreisverleihung hier in Weissach ein ganz besonderes Erlebnis. Eltern, Freunde der Einrichtung und all die geladenen Gäste kamen zu dieser Veranstaltung und feierten mit. Den Kindern war es wichtig, dass sie bei den Vorbereitungen dafür aktiv miteingebunden wurden. Am Festtag berichteten sie den Gästen begeistert über ihr Projekt.

Hat sich der Kita-Alltag durch den Gewinn verändert?

Wir wurden eingeladen, im Rahmen von Fachtagen etc. über unser Projekt und unsere Erfahrungen zu berichten. Es ist für uns eine große Motivation, weiter mit den Kindern zu forschen und gemeinsam Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Weitere Kooperationspartner sind hinzugekommen, die bereit sind, die pädagogische Arbeit im Kinderhaus mit ihrem Fachwissen und Einsatz zu unterstützen.

Wie haben Sie in Ihrer Kita das Preisgeld verwendet?

Wir haben damit u.a. ein Gartenhaus mit verschiedensten Materialien und Zubehör für den Außenspielbereich finanziert. Dies ist nun das "Forscherlabor" des Kinderhauses. Hier stehen den Kindern vielfältige Möglichkeiten zum Forschen und Experimentieren zur Verfügung.

Woran forschen Sie zurzeit?

Zurzeit forschen wir gemeinsam mit den Kindern im Rahmen eines Projekts zum Themenbereich "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

Projektarbeit ist eine sehr gute Methode, Lern- und Entwicklungsprozesse mit den Kindern gemeinsam zu gestalten.

Wie haben Sie die Kinder während des Projekts erlebt? Haben Sie Veränderungen feststellen können?

Unsere Kinder sind kleine Forscherinnen und Forscher, die gemeinsam die Welt entdecken möchten. Die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren waren mit großer Begeisterung aktiv an dem Projektverlauf beteiligt. Sie stellten Ideen und Thesen auf, formulierten neue Fragen, thematisierten ihre Beobachtungen und gemeinsam gingen wir ihren Forscherfragen nach. Dabei erkannten die Jungen und Mädchen Zusammenhänge und setzten ihre Erkenntnisse in Beziehung dazu. Ihre Ergebnisse dokumentierten sie z.B. mit Fotos und in einem Forschertagebuch. Mit der Zeit entstanden aus diesem Projekt neue Forscherthemen der Kinder. Es fanden Ausflüge und Exkursionen statt und es war für uns beeindruckend wie Eltern, Weissacher Bürger und verschiedenste Kooperationspartner uns dabei unterstützten. Das Projekt entwickelte sich vielschichtig und nahm Einfluss auf alle Bildungsbereiche und unterstützte so positiv die Lernprozesse der Kinder.

Haben Sie noch einen letzten Tipp für andere Einrichtungen?

Projektarbeit ist aus unserer Sicht eine sehr gute Methode, Lern- und Entwicklungsprozesse mit den Kindern gemeinsam zu gestalten. Dabei steht nicht das Endergebnis im Vordergrund, sondern vor allem der Prozess auf dem Weg dahin.

Warum würden Sie anderen Fachkräften/Einrichtungen empfehlen, sich zu bewerben?

Im Rahmen dieses Wettbewerbs wird die pädagogische Arbeit in der frühen Bildung bundesweit gewürdigt und besonders gelungene MINT-Projekte werden ausgezeichnet.

Steckbrief

Das "Kinderhaus Regenbogen" aus Weissach gewann beim "Forschergeist 2018" den Landessieg in Baden-Württemberg. Bei der Bundespreisverleihung wurde der Kindergarten für sein Projekt "Schneckenspiralen – von der Natur zur Technik" als einer der fünf Bundessieger gekürt.

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